Inhalt


Yamas – Prost Mahlzeit: Der Inhalt

Unsere diesjährige Inszenierung „Yamas – Prost Mahlzeit“  ist seit langem wieder ein eigenes Stück, dessen Themen und Dialoge erstmals gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der Theater-AG entstanden sind. Das selbst erarbeitete Stück basiert auf der Auseinandersetzung mit Themen wie Ausländerfeindlichkeit, Diskriminierung und Ausgrenzung und verarbeitet persönliche Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler.

Es handelt von der Liebesbeziehung der Protagonisten Costa und Marie, die an immer neuen gesellschaftlichen Vorurteilen zu scheitern droht, und spricht die unterschiedlichen Alltagsprobleme wie Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung und Zukunftsängste der anderen Akteure mit an.

Nichts  ahnend, welche Hindernisse sich ihnen in den Weg stellen werden, verlieben sich Costa, der Sohn eines griechischen Restaurantbesitzers, und Marie, Tochter einer alleinstehenden Mutter. Die beiden wohnen in einem Mehrfamilienhaus in Köln Kalk, im Hinterhof liegt der Biergarten der griechischen Taverne Yamas, die von Costas Vater,  Herrn Papapopolos, geführt wird.  Das junge Glück teilt viele Gemeinsamkeiten, so verbindet sie etwa die gemeinsame Liebe zum Theater. Ganz passend, spielen die zwei in diesem Jahr die Hauptrollen in Shakespeares Romeo und Julia!

Doch die Familie ist gegen diese Beziehung, zu ungleich sei das Pärchen. Maries Bruder, der nach erfolgloser Jobsuche in die rechte Szene gerät, ist der Freund nicht deutsch genug, und auch Costas Vater hätte lieber eine Griechin für seinen Sohn. Wie bereits bei Shakespeare, scheint die Herkunft über das Liebesglück zu entscheiden, welches zu zerbrechen droht, bevor es richtig beginnt. Und auch Maries Bruder Jens, gerät in ernsthafte Schwierigkeiten.

Doch ein so tragisches Ende wie bei Romeo und Julia soll unser Stück nicht nehmen. Nach und nach scheinen die einzelnen Charaktere einander zuzuhören, Verständnis für die doch ganz unterschiedlichen Probleme der anderen zu entwickeln und sogar Gemeinsamkeiten zu finden.

Mit der diesjährigen Inszenierung möchten wir nicht nur unterhalten, sondern Schüler, Jugendliche und Erwachsene auch emotional erreichen und wachrütteln. In unserer Gesellschaft und auch in unseren Schulen wird stets gefordert, dass jeder seine Individualität entfalten soll  – aber wehe einer ist anders!

Die Diskussion über Notwendigkeit und Grenzen von  Respekt und Toleranz in unserer Gesellschaft wird zurzeit – teils populistisch und unverhüllt nationalistisch – kontrovers geführt. So scheinen diese Werte zunehmend ihre Selbstverständlichkeit einzubüßen. Unser musikalisches Theaterstück zeigt die aktuelle Relevanz von Ausländerhass, Fremdenfeindlichkeit und Vorurteilen am Beispiel der Alltagswelt Jugendlicher. Mit Live-Musik, Schauspiel und Tanz erzählt es von Schicksalen, Freundschaft und Feindschaft, und versteht sich damit als ermutigender Appell, jeden Tag für Demokratie und Menschlichkeit einzutreten und sich in seinem Handeln nicht von Stereotypen leiten zu lassen.

Grafik: Daniel Munk